Bronze für Julia Hochmuth Andrea Heckner und Monika KarschVom 23.02.-01.03. fanden im polnischen Wroclaw die Luftdruck Europameisterschaften 2020 statt. Eine ereignisreiche Woche liegt hinter den deutschen Luftgewehr- und Luftpistolenschützen, die bei dieser EM nicht nur um die Medaillen, sondern auch um die begehrten Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Jahr kämpften. Für den WSV an den Start gingen die drei Aktiven Pistolenschützen Robin Walter, Kevin Venta und Julia Hochmuth.

Den Anfang machten die Pistolenfrauen mit ihrem Einzelwettkampf und es ging vielversprechend los. Sowohl Julia Hochmuth (Württemberg), als auch Andrea Heckner (Bayern) starteten überlegen stark in ihren Wettkampf und behaupteten bis zur vierten Serie beide sicher einen der acht Finalplätze, bis sich das Blatt wendete. Um jeden Schuss hart gekämpft haben sie beide, doch es sollte am Ende leider nicht reichen. In der Schlussphase ließen Heckner und Hochmuth Federn, was sich auf internationaler Ebene schnell auswirkt. Für die jüngste im Team, Andrea Heckner, war es dann auch ein sehr bitterer Blick auf die Anzeigetafel als feststand – ein Ring am Finale vorbei und damit auch ein Ring am Quotenplatz für Deutschland. Julia Hochmuth beendete ihren Wettkampf etwas weiter abgeschlagen. Für die Dritte im Team, Monika Karsch (Bayern), lief es von Beginn an nicht optimal – sie konnte nie ernsthaft ins Geschehen eingreifen. Einziger Lichtblick nach diesem Wettkampf war, dass sich das deutsche Frauenteam für den zwei Tage später ausgetragenen Team-Wettkampf qualifizieren konnte.

Robin Walter schießt sich bei seiner ersten EM bei den Erwachsenen auf Platz 5Bei den Männern ließ Robin Walter bei seiner ersten Europameisterschaft in der Herrenklasse gewaltig aufhorchen. Mit einem Top-Resultat von 582 Ringen zog er als Vorkampffünfter souverän ins Finale ein. Und hier waren es tatsächlich gleich fünf Sportler, die noch kein Olympiaticket in der Tasche hatten – doch nur zwei Plätze wurden vergeben. Ein etwas durchwachsener Start reihte Walter zunächst auf Platz sieben im Finale ein, doch er startete eine beeindruckende Aufholjagd und ließ zwei Quotenplatzanwärter hinter sich. Schuss um Schuss kämpfte sich der 20-jährige in einem Feld voll großer Namen weiter nach vorne. Eine unglückliche 8,8 im 18. Schuss bedeutete dann allerdings das frühzeitige Ende. Robin Walter belegte Platz 5 und musste zusehen, wie der Quotenplatz an den Viertplatzierten ging. Sicherlich ein kleiner Wehrmutstropfen in einem sonst souveränen Wettkampf des Nachwuchstalentes aus Württemberg.

Für unseren zweiten Starter Kevin Venta zeigte sich ein ähnliches Bild wie bei seiner Bundesliga-Mannschaftskollegin Julia Hochmuth. Fünf unvergleichlich starke Serien brachten Venta zeitweise sogar die Führung des Feldes ein, doch am Schluss verließen ihn nicht nur die Zeit, sondern auch die 10er. Mit 579 erzielte er trotz einer schwachen letzten Serie ein gutes Resultat, doch es fehlte am Ende ein Ring zur Finalteilnahme. Der dritte deutsche Starter, Michael Schwald (Südbaden) erwischte auch eine einzige schwache Serie gleich zu Beginn des Wettkampfes und konnte diesen Rückstand leider nicht mehr aufholen. Als Team qualifizierten sich aber auch die Männer für den Mannschaftswettbewerb.

Tag zwei der Europameisterschaft hielt den Mixed Team Wettkampf auf dem Programm und für Deutschland gingen das Team 1: Hochmuth und Schwald und Team 2: Karsch und Walter an den Start. Das Duo Hochmuth/ Schwald zeigte in der Qualifikation eine starke Leistung. In der Addition ergaben die jeweils 30 Schüsse der Beiden 580 Ringe und mit Platz vier bedeutete dies der sichere Einzug ins Viertelfinale. Hier fehlte ihnen auch ein bisschen Glück und so beendete das Team Deutschland I den Wettkampf auf einem guten sechsten Platz.

Das Duo Karsch/Walter schloss die Qualifikation auf Platz zwölf ab. Ihnen fehlte mit 575 Ringen wiederum lediglich ein Ring für die nächste Runde. Vor allem Robin Walter zeigte mit 291 Ringen eine konstant hohe Leistung.

LP Frauen Bronze Medal Match gegen ItalienAm dritten Wettkampftag hieß es dann noch einmal alle Fähigkeiten zu fokussieren und das letzte aus sich rausholen. Sowohl die Frauen, als auch die Männer hatten sich für den extra ausgetragenen Team-Wettkampf qualifiziert. Gleichzeitig kämpften beide Teams in der Jahrhunderthalle von Wroclaw um den Einzug in die Medal Matches. Und, so viel vorweggenommen, das geling ihnen auch.

Mit 565 Ringen zog das Frauenteam als drittbeste Nation in das Medaillenfinale um Platz 3 ein und sollte dort auf Italien treffen. Ebenfalls um Bronze schossen die deutschen Männer, die allerdings ringgleich mit Russland und Italien lediglich aufgrund einer Innenzehn zu wenig „nur“ um Platz drei und nicht aber um Gold und Silber kämpfen durften.

Das deutsche Herrenteam belegt Platz 4 in der MannschaftswertungDen Anfang machten Heckner, Karsch und Hochmuth. In einem spannenden Finale gerieten sie direkt in Rückstand und lagen zeitweise sogar mit 2:8 Punkten zurück. Doch Kampfgeist und Siegeswille brachten das Trio zurück ins Match und sie holten auf, erarbeiteten sich den Ausgleich und konnten wenig später den ersten Matchpunkt verwandeln und sich die Bronzemedaille sichern. Gleich dramatisch und spannend erging es auch den deutschen Männern, die sich gegen stark schießende Serben behaupten mussten. Immer wieder kam es zum Ausgleich, bis mit ein wenig mehr Glück am Ende Serbien die Nase vorne hatte und unser Trio sich mit dem vierten Platz zufriedengeben musste.

So waren es vor allem die jungen Nachwuchstalente, die in Wroclaw auf sich aufmerksam machten. Mit der Bronzemedaille im Teamwettbewerb der Frauen gab es dann zum Abschluss auch noch das erhoffte Edelmetall und auch die Mixed Team Leistungen lassen hoffen. Das große Ziel aber, olympische Quotenplätze für Tokio 2020 zu gewinnen, misslang und so heißt es nun den gesamten Fokus auf die noch ausstehenden Chancen zu richten.

 

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