Württembergischer Schützenverband 1850 e.V.

Das Team der SGi Welzheim mit Trainerin Sandra Sachse (r.) - Foto: Deutscher SchützenbundZum 23. Mal hatte sich die Mannschaft der SGi Welzheim für das Bundesligafinale Bogen qualifiziert und war dabei in jedem Jahr seit der Gründung der Liga Finalist. Das kann außer unseren Württembergern sonst nur das Team vom BSC BB Berlin von sich behaupten. Beide Teams sind damit Rekordteilnehmer. Eine weitere Rekordliste führen die Welzheimer zusammen mit Berlin außerdem noch an: je fünfmal konnten beide Vereine bisher den Deutschen Meistertitel gewinnen. Neben Rekordteilnehmer ist Welzheim also auch Rekordsieger. In diesem Jahr allerdings hatte die junge Mannschaft um Trainerin Sandra Sachse erstmal das Ziel, sich für das Finale zu qualifizieren, denn die Favoritenrolle nehmen derzeit andere Vereine für sich in Anspruch.

Als Drittplatzierter des Südens reisten die Welzheimer am 29.02.2020 mit einem Mannschaftsbus voller Fans nach Wiesbaden, wo in der Halle am Platz der Deutschen Einheit bereits zum fünften Mal das Bundesligafinale ausgetragen wurde. Die Veranstaltung ist jedes Mal ein riesen Spektakel. Vor einer beeindruckenden Kulisse gehen die jeweils vier besten Nord- und Südmannschaften an den Start und kämpfen um den Meisterspiegel – eine tolle Werbung für den Bogensport.

SGi Welzheim gegen den BSC BB Berlin vor beeindruckender Kulisse in Wiesbaden - Foto: Deutscher SchützenbundVor ausverkauften Zuschauerrängen und mit einer Live-Übertragung für alle Zuhausegebliebenen traf die SGi Welzheim in der Vorrunde auf den BSC BB Berlin, die FSG Tacherting und Sherwood BSC Herne. Jonathan Vetter, Christian Weiss und Sven Herzig gaben alles in den ersten beiden Begegnungen und konnten den einen oder anderen Satz auch für sich entscheiden. Dennoch mussten sie bei beiden Wettkämpfen als Verlierer die Schießlinie verlassen. Da damit ein Weiterkommen bereits vorzeitig vertan war, gab Trainerin Sandra Sachse zwei ganz jungen Nachwuchstalenten die Chance, schon einmal die ganz große Finalluft zu schnuppern. Die Geschwister Luca und Flavio Schilp, die sonst für die zweite Ligamannschaft der Welzheimer antreten, standen an der Linie und bewiesen, dass in ihnen die Zukunft steckt. Sogar die Maximalpunktzahl von 60 Ringen gelang ihnen einmal in dieser Runde. Dennoch musste sich auch die junge Welzheimer Besetzung geschlagen geben, was am Ende Platz 7 bedeutete.

Nach einigen Stunden voller Spannung und Adrenalin stand am Samstagabend dann fest, die BSG Ebersberg konnte ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen und ist auch in der Saison 2019/2020 Deutscher Mannschaftsmeister Bogen. Die drei Nationalmannschaftsschützen Michelle Kroppen, Cedric Rieger und Maximilian Weckmüller setzten sich im Finale gegen das Überraschungs-Team aus Villingen-Schwenningen durch. Platz drei belegte der BSC BB Berlin, der nach Verletzungspause erstmals wieder mit Deutschlands erfolgreichster Bogenschützin Lisa Unruh antreten konnte.

Ein Highlight im Bogenkalender 2020 ist nun vorbei, aber es warten viele weitere Top-Events auf unsere Bogenschützen, angefangen mit „Die Finals“ in Duisburg, dem Weltcup in Berlin und den Deutschen Meisterschaften in Wiesbaden. Und für die nationale Spitze und alle Fans natürlich die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Sommer.

 

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Fotos: Deutscher Schützenbund

Impressionen der WüM Bogen Halle (Foto: Antje Hoffmann)Am 25./26.01.2020 fand die erste Württembergische Meisterschaft des Olympiajahres 2020 statt. Unsere Bogenschützen trafen sich in Weil im Schönbuch, um in der Halle ihre Sieger zu ermitteln.

Erstmals wurde die Neuerung umgesetzt, dass die Qualifikation zur WüM über die Kreise, nicht mehr über die Bezirke stattfindet. Nach Angaben unseres neuen Landesbogenreferenten Andreas Böhm hat die Meldung der 36 Kreisbogenreferenten reibungslos funktioniert und es gingen rund 1.400 Meldungen fristgerecht ein.

In Weil im Schönbuch, die nach 2016 zum zweiten Mal als Ausrichter fungierten, gingen 401 Sportlerinnen und Sportler und 51 Mannschaften aus 106 Vereinen und 34 Schützenkreisen an den Start. Das Wettkampffeld war perfekt vorbereitet und Böhm berichtete uns von einem vorbildlichen Scheibendienst. Auch Verbandstrainerin Antje Hoffmann lobte die super Organisation, die keine Wünsche offenließ. Für das leibliche Wohl aller Sportler, Trainer, Besucher und Kampfrichter war bestens gesorgt und der leitende Kampfrichter Uwe Kaschuba leitete die Veranstaltung gemeinsam mit seinem Team in gekonnter Manier. Geschossen wurden die Disziplinen Recurve, Compound und Blankbogen in den unterschiedlichsten Altersklassen. Erstmals gab es in diesem Jahr dabei auch eine Schüler- und Jugendklasse mit dem Blankbogen. Geschossen wurde insgesamt auf 100 Scheiben, verteilt auf vier Durchgänge.

 

Andreas Böhm ist neuer Landesbogenreferent im WSV (Foto: Andreas Böhm)Die Gesamtleitung der Veranstaltung lag zum letzten Mal bei Jörg Gras, der während des Wochenendes von Landesoberschützenmeisterin Hannelore Lange aus seinem langjährigen Amt als Landesbogenreferent gebührend verabschiedet wurde. Er übernahm im Oktober letzten Jahres die Nachfolge von Klaus Lindau als neuer Bundessportleiter Bogen beim Deutschen Schützenbund. Sein Amt beim WSV übernimmt der bisherige Ligaleiter Bogen Andreas Böhm (BSC Schömberg). Er übergibt die Funktion des Ligaleiters wiederum an Gero Gras.

 

LOSM Hannelore Lange (mitte) und Landessportleiter Rainer Hanisch (links) zu Gast bei der WüM Bogen HalleSiegerehrungen wurden immer nach den jeweiligen Durchgängen durchgeführt, von Jörg Gras, Andreas Böhm und Oberschützenmeister Stephan Wenzl. Bei der dritten und vierten Siegerehrung waren auch Hannelore Lange und Landessportleiter Rainer Hanisch mit dabei, die Sieger und Platzierten zu ehren.

Die WüM dient neben der Qualifikation zur DM Bogen Halle in Hof auch als Selektionswettkampf für die zweite Auflage von „Die Finals“, die erstmals 2019 in Berlin ausgetragen wurden und ein großer Zuschauermagnet waren. Dieses Jahr findet die Veranstaltung „Die Finals Rhein und Ruhr“ für die Bogensportler vom 05.-07. Juni in Duisburg statt und wird als Mixed-Team-DM angesetzt. Hier erhält jeder Landesverband die Möglichkeit, Sportler für drei Mixed-Team-Entscheidungen zu nominieren: Recurve Damen/Herren, Compound Damen/Herren und Recurve Junioren w/m.

 Einen ausführlichen Bericht und viele weitere Fotos finden Sie in der Märzausgabe der SWDSZ, die am 05.03.2020 erscheint.

 

Der WSV gratuliert allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu ihren Ergebnissen.

 

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Fotos: Antje Hoffmann und Andreas Böhm

Bronze für Julia Hochmuth Andrea Heckner und Monika KarschVom 23.02.-01.03. fanden im polnischen Wroclaw die Luftdruck Europameisterschaften 2020 statt. Eine ereignisreiche Woche liegt hinter den deutschen Luftgewehr- und Luftpistolenschützen, die bei dieser EM nicht nur um die Medaillen, sondern auch um die begehrten Quotenplätze für die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Jahr kämpften. Für den WSV an den Start gingen die drei Aktiven Pistolenschützen Robin Walter, Kevin Venta und Julia Hochmuth.

Den Anfang machten die Pistolenfrauen mit ihrem Einzelwettkampf und es ging vielversprechend los. Sowohl Julia Hochmuth (Württemberg), als auch Andrea Heckner (Bayern) starteten überlegen stark in ihren Wettkampf und behaupteten bis zur vierten Serie beide sicher einen der acht Finalplätze, bis sich das Blatt wendete. Um jeden Schuss hart gekämpft haben sie beide, doch es sollte am Ende leider nicht reichen. In der Schlussphase ließen Heckner und Hochmuth Federn, was sich auf internationaler Ebene schnell auswirkt. Für die jüngste im Team, Andrea Heckner, war es dann auch ein sehr bitterer Blick auf die Anzeigetafel als feststand – ein Ring am Finale vorbei und damit auch ein Ring am Quotenplatz für Deutschland. Julia Hochmuth beendete ihren Wettkampf etwas weiter abgeschlagen. Für die Dritte im Team, Monika Karsch (Bayern), lief es von Beginn an nicht optimal – sie konnte nie ernsthaft ins Geschehen eingreifen. Einziger Lichtblick nach diesem Wettkampf war, dass sich das deutsche Frauenteam für den zwei Tage später ausgetragenen Team-Wettkampf qualifizieren konnte.

Robin Walter schießt sich bei seiner ersten EM bei den Erwachsenen auf Platz 5Bei den Männern ließ Robin Walter bei seiner ersten Europameisterschaft in der Herrenklasse gewaltig aufhorchen. Mit einem Top-Resultat von 582 Ringen zog er als Vorkampffünfter souverän ins Finale ein. Und hier waren es tatsächlich gleich fünf Sportler, die noch kein Olympiaticket in der Tasche hatten – doch nur zwei Plätze wurden vergeben. Ein etwas durchwachsener Start reihte Walter zunächst auf Platz sieben im Finale ein, doch er startete eine beeindruckende Aufholjagd und ließ zwei Quotenplatzanwärter hinter sich. Schuss um Schuss kämpfte sich der 20-jährige in einem Feld voll großer Namen weiter nach vorne. Eine unglückliche 8,8 im 18. Schuss bedeutete dann allerdings das frühzeitige Ende. Robin Walter belegte Platz 5 und musste zusehen, wie der Quotenplatz an den Viertplatzierten ging. Sicherlich ein kleiner Wehrmutstropfen in einem sonst souveränen Wettkampf des Nachwuchstalentes aus Württemberg.

Für unseren zweiten Starter Kevin Venta zeigte sich ein ähnliches Bild wie bei seiner Bundesliga-Mannschaftskollegin Julia Hochmuth. Fünf unvergleichlich starke Serien brachten Venta zeitweise sogar die Führung des Feldes ein, doch am Schluss verließen ihn nicht nur die Zeit, sondern auch die 10er. Mit 579 erzielte er trotz einer schwachen letzten Serie ein gutes Resultat, doch es fehlte am Ende ein Ring zur Finalteilnahme. Der dritte deutsche Starter, Michael Schwald (Südbaden) erwischte auch eine einzige schwache Serie gleich zu Beginn des Wettkampfes und konnte diesen Rückstand leider nicht mehr aufholen. Als Team qualifizierten sich aber auch die Männer für den Mannschaftswettbewerb.

Tag zwei der Europameisterschaft hielt den Mixed Team Wettkampf auf dem Programm und für Deutschland gingen das Team 1: Hochmuth und Schwald und Team 2: Karsch und Walter an den Start. Das Duo Hochmuth/ Schwald zeigte in der Qualifikation eine starke Leistung. In der Addition ergaben die jeweils 30 Schüsse der Beiden 580 Ringe und mit Platz vier bedeutete dies der sichere Einzug ins Viertelfinale. Hier fehlte ihnen auch ein bisschen Glück und so beendete das Team Deutschland I den Wettkampf auf einem guten sechsten Platz.

Das Duo Karsch/Walter schloss die Qualifikation auf Platz zwölf ab. Ihnen fehlte mit 575 Ringen wiederum lediglich ein Ring für die nächste Runde. Vor allem Robin Walter zeigte mit 291 Ringen eine konstant hohe Leistung.

LP Frauen Bronze Medal Match gegen ItalienAm dritten Wettkampftag hieß es dann noch einmal alle Fähigkeiten zu fokussieren und das letzte aus sich rausholen. Sowohl die Frauen, als auch die Männer hatten sich für den extra ausgetragenen Team-Wettkampf qualifiziert. Gleichzeitig kämpften beide Teams in der Jahrhunderthalle von Wroclaw um den Einzug in die Medal Matches. Und, so viel vorweggenommen, das geling ihnen auch.

Mit 565 Ringen zog das Frauenteam als drittbeste Nation in das Medaillenfinale um Platz 3 ein und sollte dort auf Italien treffen. Ebenfalls um Bronze schossen die deutschen Männer, die allerdings ringgleich mit Russland und Italien lediglich aufgrund einer Innenzehn zu wenig „nur“ um Platz drei und nicht aber um Gold und Silber kämpfen durften.

Das deutsche Herrenteam belegt Platz 4 in der MannschaftswertungDen Anfang machten Heckner, Karsch und Hochmuth. In einem spannenden Finale gerieten sie direkt in Rückstand und lagen zeitweise sogar mit 2:8 Punkten zurück. Doch Kampfgeist und Siegeswille brachten das Trio zurück ins Match und sie holten auf, erarbeiteten sich den Ausgleich und konnten wenig später den ersten Matchpunkt verwandeln und sich die Bronzemedaille sichern. Gleich dramatisch und spannend erging es auch den deutschen Männern, die sich gegen stark schießende Serben behaupten mussten. Immer wieder kam es zum Ausgleich, bis mit ein wenig mehr Glück am Ende Serbien die Nase vorne hatte und unser Trio sich mit dem vierten Platz zufriedengeben musste.

So waren es vor allem die jungen Nachwuchstalente, die in Wroclaw auf sich aufmerksam machten. Mit der Bronzemedaille im Teamwettbewerb der Frauen gab es dann zum Abschluss auch noch das erhoffte Edelmetall und auch die Mixed Team Leistungen lassen hoffen. Das große Ziel aber, olympische Quotenplätze für Tokio 2020 zu gewinnen, misslang und so heißt es nun den gesamten Fokus auf die noch ausstehenden Chancen zu richten.

 

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